Die Zweite Republik

Während die Erste Republik, wie wir im Rahmen der ersten beiden Seiten bereits erfahren konnten, mit eher dunklen Facetten behaftet ist, müsste doch die Zweite Republik eher als helle Periode bzw. Epoche im Rahmen der österreichischen Geschichte gelten – oder etwa nicht? Ja, sie wird tatsächlich als helle Periode bezeichnet, doch war sie denn wirklich so hell, wie sie in Geschichtsbüchern und Dokumentationen beschrieben wird? Wir versuchen etwas mehr „Helligkeit“ in diese Sache zu bringen und klären Sie im Zuge dieses Beitrages über die Zweite Republik Österreichs detailliert auf.

Einleitend sei erwähnt, dass die Zweite Republik vor allem durch eine stabile Demokratie gekennzeichnet ist. Darüber hinaus sieht sie sich geprägt von einem kontinuierlich wachsenden Wohlstand im Sinne einer wahren Wohlstandsgesellschaft sowie einer friedfertigen Lebensweise in ganz Österreich. Diese Aspekte, die in diesem Zuge besonders positiv hervorstechen, wurden auch durch die internationale Unterstützung, vor allem durch jene seitens der USA, begünstigt.

Österreich bekannte sich zu einer Nation – und dieses Bekenntnis bzw. diese positive Haltung demgegenüber setzte sich auch tatsächlich durch! Dabei kam auch der allgemeinen Neutralität Österreichs eine bedeutende und identitätsstiftende Wichtigkeit zu, was sich wiederum im Nationalfeiertag der Zweiten Republik wiederspiegelte.

Weiters sei erwähnt, dass Österreich eine essentielle Stellung zwischen den einzelnen Machtblöcken einnahm. So wurde dem österreichischen Staat, genau genommen ab den 1960er-Jahren in der Ära von Bruno Kreisky, eine Modernisierung zuteil. Im Hinblick auf die verschiedensten Aspekte sorgte Kreisky dafür, Österreich den Trend der damaligen Zeit hautnah erleben zu lassen.

Doch die Zweite Republik ist nicht nur von Modernisierung, friedfertigem Dasein sowie einer allseits beliebten neutralen Haltung gekennzeichnet. Genau genommen gibt es da einige wenige Eckpunkte, die die „helle“ Zweite Republik doch etwas „blasser“ werden lassen. Die Rede ist hierbei von einem bis heute vorherrschenden Antisemitismus, einem fahrlässigen und schlechten Umgang mit der NS-Zeit, einer dominierenden Ausländerfeindlichkeit bzw. Antislawismus sowie der Missachtung des im österreichischen Staatsvertrag bestimmten Minderheitenschutzes. Betrachtet man diese Aspekte genauer und blickt man hinter die eigentlichen Kulissen, so muss die „helle“ Bezeichnung der Zweiten Republik vielleicht sogar widerlegt werden – immerhin handelt es sich bei den soeben darlegten Aspekten um tiefschwarze Flecken in der Geschichte der Zweiten Republik Österreichs.