Die Erste Republik
War die Erste Republik denn wirklich so dunkel, wie sie in vielen Büchern beschrieben wird? Wir versuchen etwas Klarheit in diese „dunkle“ Sache zu bringen und die Erste Republik genauer unter die Lupe nehmen …
Die junge und Erste Republik Österreichs trat im Jahre 1918 einen nicht ganz leichten Weg an – voll bepackt mit einem schweren Erbe, gekennzeichnet durch die Leiden, Schicksale sowie die allgemeine Geschichte des Ersten Weltkrieges. So ließ die österreichische Monarchie einen verlorenen Krieg, wirtschaftliche Komplikationen, Problemfelder und Unstimmigkeiten sowie ein wahrlich politischen Vakuum hinter sich – um nur einige jener Schwierigkeiten aufzuzählen, die der Erste Weltkrieg mit sich brachte.
In zahlreichen Geschichtsbänden, Dokumentationen und allgemeinen Büchern wird die Erste Republik als dunkle Periode der ganzheitlichen österreichischen Historik beschrieben – dies im Hinblick auf die grauenvolle Gewalt in politischer Hinsicht, welche schlussendlich zwei Diktaturen auslöste. Trotz allem jedoch muss ebenfalls festgehalten werden, dass die Erste Republik sehr wohl auch Positives zu verzeichnen hatte: Genau genommen konnte die Erste Republik in politischer Hinsicht durchaus vielversprechend beginnen, sofern man die drei dominierenden politischen Lager wie Deutsch-Nationale, Christlich-Soziale und Sozialdemokraten, die eine wunderbare Kooperation führten, näher betrachtet. Darüber hinaus konnte im Zuge ihres Handelns auch eine moderne Verfassung erwirkt werden. An Sozialgesetzen, dem allgemeinen Frauenwahlrecht sowie auch der Erweiterung der österreichischen Demokratie wurde erfolgreich angesetzt, sodass hier im Laufe der Jahre Großartiges erreicht werden konnte.
Alles begann wie am Schnürchen zu laufen – bis zum Jahre 1920, als es mit der wunderbaren positiven Stimmung und allseits perfekten Eintracht tatsächlich zu Ende ging. So kam es, dass sich die politischen Lager voneinander entfernten, die kooperierende Zusammenarbeit niederlegten und politische Konflikte sowie Unstimmigkeiten unter Anwendung schlimmer Gewalt geführt bzw. gelöst wurden.
Im Jahre 1933 war dann jene Zeit angebrochen, in der es mit der Demokratie in Österreich endgültig vorbei war. Nachdem genau genommen das Parlament gewaltsam gestürzt wurde, rief man 1934 das Ende der Republik aus. Im Zuge der Maiverfassung im selben Jahre gründete man den „Bundesstaat Österreich“, womit von diesem Zeitpunkt an elf lange Jahre begannen, in denen Österreich ohne Republik bestand – und genau das „verleiht“ der österreichischen Geschichte die sogenannten „dunklen Jahre“.
TiPP: Für diejenigen, die sich besonders für diese Zeit der österreichischen Geschichte interessieren, gibt es vielerlei DVD-Produktionen, welche von unterschiedlichen Unternehmen, wie beispielsweise www.cdpc.at, produziert werden.