Österreich 1918 – 2008

Am 12. November 1918, als der Erste Weltkrieg zu Ende ging, wurde vor dem Parlamentsgebäude in der österreichischen Landeshauptstadt Wien die Republik „Deutsch-Österreich“ ausgerufen. Basierend auf dem Gebiet sowie den Aspekten der damaligen Donaumonarchie entstand die Republik Deutsch-Österreich als parlamentarische Demokratie.

Genau genommen wurden vor 90 Jahren, ausgehend vom Jahre 2008, solche Strukturen geschaffen, die die Republik Österreich bis heute wesentlich geprägt und ihr wichtige Kennzeichen verliehen haben – und genau diesen historischen Wurzeln, essentiellen Entwicklungssträngen sowie bedeutenden Merkmalen der letzten Jahrzehnte bis zurück ins Jahr 1918 möchte sich die Webseite „Republik.Ausstellung 1918|2008“ widmen. Abgesehen von den einzelnen historischen Aspekten der Republik Österreich ist Österreich genau genommen besonders bekannt für seine exquisite Weihnachtsdeko wie u.a. Klöppelarbeiten und Handwerkskunst, seine talentierten Skifahrer sowie seine leckere Hausmannskost.

Während die Erste Republik Österreichs eher als dunkle Epoche angesehen wird, gilt die Zweite Republik als wahre Erfolgsgeschichte betitelt. Doch ist die Historik des österreichischen Staates tatsächlich so perfekt und positiv gestrickt? Wir versuchen ein bisschen hinter die Fassaden zu blicken und einige wichtige Aspekte aufzugreifen.

Die „österreichische Revolution“, welche auch Otto Bauer in seinem gleichnamigen Buch aus dem Jahre 1923 umfassend behandelt, war eine demokratische und vor allem soziale Revolution. Manche sagen, sie wäre eine „Revolution von oben“ gewesen – eben aufgrund der Tatsache, dass sie durch eine äußerst lange Vorgeschichte gekennzeichnet ist. Doch im Herbst 1918 kam alles anders und die Ereignisse überschlugen sich förmlich …

Genau genommen befand sich die österreichische Monarchie bereits im Jahre 1917 in einer nicht zu verachtenden Krise. So kam es, dass sich im Januar 1918 immer mehr Aufstände entwickelten, die nur mit größter Mühe aufgehalten werden konnten. Am 16. Oktober 1918 unternahm Kaiser Karl einen Versuch zur Rettung seines Reiches. Infolgedessen bewies er eine positive Haltung gegenüber der Bildung von Nationalversammlungen. Trotz allem jedoch befolgten weder die nach Selbst- und Unabhängigkeit strebenden Nationalitäten noch die allgemeinen Arbeiter die seitens Kaiser Karl festgelegten Regeln und Grenzen. Spätestens nachdem der deutsche Kaiser Wilhelm II. am 9. November 1918 erfolgreich gestürzt wurde, war auch in Österreich sofort klar: Österreich muss eine Republik werden!

Die Republik „Deutsch-Österreich“ wurde, wie bereits am Anfang dieses Beitrages erwähnt, am 12. November 1918 vor dem Wiener Parlament ausgerufen. Zur gleichen Zeit einigte man sich darauf, den Anschluss an Deutschland zu vollziehen. Turbulente und chaotische Szenen spielten sich im ganzen Land ab. Rote Fahnen wurden an politischen Gebäuden gehisst, Konflikte und Auseinandersetzungen machten sich breit. Sogar zwei Tote und 50 Verletzte waren das Resultat der schlimmen Tumulte.